Manchmal sind es nicht die besten Argumente, die überzeugen.
Nicht die perfekte Präsentation.
Nicht die ausgefeilteste Verkaufsstrategie.
Sondern ein Moment echter Verbindung.
Genau darum geht es in diesem Gespräch mit Simone Allard. Sie lädt dazu ein, Vertrieb neu zu betrachten – nicht als Technik, sondern als Beziehung. Nicht als Druck, sondern als Klarheit. Nicht als Manipulation, sondern als Haltung.
Während viele Sales-Prozesse immer schneller, datengetriebener und automatisierter werden, setzt Allard bewusst auf etwas, das in keiner Pipeline messbar ist – und doch über Erfolg entscheidet: Menschlichkeit.
Empathie ist kein Soft Skill – sondern der Kern von Wirkung
Simone Allard gehört zu den wenigen Stimmen im Vertrieb, die nicht lauter werden müssen, um gehört zu werden.
Sie spricht über Empathie nicht als nette Zugabe, sondern als Fundament:
Wer verkaufen will, muss Menschen verstehen. Nicht nur Zielgruppen. Nicht nur Bedürfnisse auf dem Papier – sondern das, was zwischen den Zeilen mitschwingt.
Ihr Credo ist klar:
Verkaufen beginnt im Herzen.
Erfolg entsteht, wenn Menschen sich wirklich aufeinander einlassen.
Von der Bankenwelt zur bewussten Klarheit
Fast zwei Jahrzehnte war Simone Allard in der Finanzwelt zuhause. Führung, Hochleistung, Top-Filialen, internationale Kundschaft.
Doch irgendwann kam der Punkt, an dem sie spürte:
Nicht alles, was verkauft werden kann, sollte verkauft werden.
Sie erzählt von Momenten, in denen sie bewusst Nein gesagt hat – obwohl Geld auf dem Tisch lag. Nicht aus Moralromantik, sondern aus Überzeugung:
Langfristiger Erfolg entsteht dort, wo Vertrauen größer ist als Abschlussdruck.
Und manchmal ist das stärkste Verkaufsargument die Ehrlichkeit.
Diversität als gelebte Verbindung – nicht als Konzept
Besonders eindrücklich wird ihre Philosophie, wenn sie über Teamkultur spricht.
In ihrer Zeit bei der Deutschen Bank baute sie Teams auf, die so vielfältig waren wie die Menschen, die ihnen gegenüber saßen.
Ein griechischer Berater, der Geschäfte beim Kaffee machte.
Asiatische Kunden, die eine andere Gesprächsführung brauchten.
Unterschiedliche Mentalitäten, unterschiedliche Zugänge.
Allard zeigt: Vertrieb funktioniert nicht nach Schablone.
Er funktioniert, wenn wir lernen, die Sprache des anderen zu sprechen.
Sales Profiling: Menschen lesen heißt Menschen respektieren
Ein zentraler Gedanke im Podcast ist das sogenannte Sales Profiling.
Nicht als Tool zur Einordnung – sondern als Brücke.
Manche Menschen wollen Tempo und Fakten.
Andere brauchen Raum, Beziehung, Ankommen.
Wer das erkennt, verkauft nicht besser, weil er cleverer ist –
sondern weil er aufmerksamer ist.
Empathie bedeutet nicht, weich zu sein.
Empathie bedeutet, präzise zu sein im Umgang mit Menschen.
Führung beginnt dort, wo Kontrolle endet
Der vielleicht berührendste Moment des Gesprächs ist kein Sales-Beispiel.
Es ist eine Geschichte aus Simones Führungszeit.
Sie galt als diszipliniert, tough, klar.
Doch ein privater Einschnitt – ihr Hund lag im Sterben – brachte Tränen in ein Meeting.
Und plötzlich geschah etwas Unerwartetes:
Das Team sah nicht die Führungskraft.
Sondern den Menschen.
Von diesem Moment an veränderte sich alles.
Nicht weniger Leistung – aber mehr Verbindung.
Nicht weniger Klarheit – aber mehr Vertrauen.
Warum Vertrieb heute wieder Begegnung braucht
Simone Allard steht für eine Haltung, die im Business oft verloren geht:
Dass echte Wirkung nicht aus Druck entsteht,
sondern aus Beziehung.
Gerade in Zeiten von KI, Automatisierung und Beschleunigung wird das Persönliche zur eigentlichen Königsklasse.
Denn je digitaler die Welt wird,
desto mehr sehnen sich Menschen nach Echtheit.
Ihre Botschaft ist klar:
Wer Zukunft gestalten will, muss zuerst wieder lernen, Menschen zu sehen.
Nicht nur Rollen. Nicht nur KPIs. Nicht nur Abschlüsse.