Gute Auftritte sind wie Wettkämpfe: Was wir von Sportlern lernen können
Ein persönliches Projekt mit großer Motivation
Seit 12 Monaten trainiere ich nun für mein Projekt „Malaga 2018“ – den Start über 800 Meter und 1.500 Meter bei den World Masters Athletics Championships (auf Deutsch: Senioren-Weltmeisterschaften). Klingt irgendwie schrecklich, oder? Als ob ich mit einem Rollator laufe. Doch wenn ich Freunden erzähle, dass ich mit Training, meinem Blog „Knacki rennt“ und den Anfahrten zu Training, Physio oder Arzt auf 20 bis 25 Stunden pro Woche komme, kann ich verstehen, dass ich oft gefragt werde: „Wirst du das wirklich bis zum Ende durchziehen?“
Durchhalten trotz Zweifel: Was mich antreibt
Natürlich ziehe ich das durch! Trotzdem habe ich mich oft gefragt: „Warum mache ich das?“ Was lässt mich durchhalten? Geht es wirklich nur ums Gewinnen? Zwei wesentliche Erkenntnisse habe ich gewonnen:
Es braucht mehr als nur den Willen zu gewinnen. Um lange durchzuhalten und Durststrecken zu überstehen, braucht es eine Mission – einen persönlichen Beweggrund, der unser Ziel in ein übergeordnetes Motivationssystem einbindet.
Meine Mission besteht aus drei Teilen:
- Der Wunsch, den Sack zuzumachen: Endlich an einem großen Wettkampf teilnehmen.
- Anderen zeigen, dass auch im Alter noch Zukunft möglich ist.
- Ein verrücktes Abenteuer erleben und es genießen.
Wettkämpfe als Schule fürs Leben
Mein Training hat mir nicht nur in sportlicher Hinsicht geholfen, sondern auch in Bezug auf Auftritte und Präsentationen. Nach 34 Jahren Bühnenerfahrung dachte ich, ich wüsste alles über Auftreten, Präsentieren und Vortragen. Doch die Wettkampfvorbereitung hat mir gezeigt, dass man sich auch auf der Bühne mental auf Herausforderungen vorbereiten sollte.
Mental stark: Vorbereitung ist das A und O
- Beim Sport sind Visualisierungstechniken gang und gäbe. Warum also nicht auch bei Auftritten?
- Sich vorstellen, wie man die Bühne betritt, den ersten Satz spricht und auch bei schwierigen Bedingungen ruhig bleibt.
- Die wichtigste Bühnenregel: „Wenn etwas schiefgeht – lächeln!“
- Schwierige Situationen vorher durchspielen: Technikprobleme oder unangenehme Zuschauer und sich vorstellen, ruhig und freundlich weiterzumachen.
Mentale Stärke auch bei Nervosität
Gerade vor meinem ersten Wettkampf wurde mir klar, wie nervös man kurz vor dem Auftritt werden kann. Doch sobald negative Gedanken aufkommen, sollte man sie aktiv verdrängen: „Nein, ich freue mich darauf! Ich bin nervös? So what!“
Wenn Sie nur „keine Lust“ haben, liegt das Problem oft in der falschen Vorbereitung.
Angst ist nachvollziehbar, zeigt aber auch, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Cool und freundlich: Erfolgreiches Auftreten
Es ist wichtig, cool UND freundlich aufzutreten – auch wenn man sich nicht so fühlt. Spielen Sie diese Haltung, bis sie zur Realität wird. Dies ist keine Selbsttäuschung, sondern eine Technik aus der Verhaltenspsychologie. Schauspielerische Fähigkeiten helfen, die richtige Stimmung zu erzeugen und die Wettkampfqualität zu steigern.
Der „Walk of Champions“: Selbstbewusst auftreten
Große Sportler zeigen es vor: Der Walk of Champions – selbstbewusst und voller Freude auf die Bühne gehen. Ihre Stimmung bestimmt, wie Sie wirken. Bereiten Sie sich mental vor und arbeiten Sie an Ihrer Haltung und Ausstrahlung.
Fazit: Auftritte erfolgreich meistern
- Vorbereitung ist alles: Nutzen Sie Visualisierungstechniken.
- Mentale Einstellung vor dem Auftritt: Freuen Sie sich darauf!
- Walk of Champions: Die richtige Körpersprache und Stimmung können Ihre Performance entscheidend verbessern.