Vor ein paar Tagen kam nach meinem Vortrag „Loslassen ist das neue Anpacken!“ eine Frau aus dem Publikum zu mir an den Bühnenrand und meinte: „Ja, Frau Fritze, die Angst vor Veränderung ist das eine. Aber was ist mit den Versagensängsten während der Veränderung? Wenn ich das Gefühl habe, ich kann den neuen Anforderungen an mich gar nicht gerecht werden?“ Tja, der Punkt ist natürlich absolut richtig. Wenn sich die Firma verändert und neue Aufgaben auf einen zukommen – da geht es schnell nicht mehr um abstrakte Angstgefühle, sondern um ganz konkrete Versagensangst. Überforderung durch neue Erwartungen? Ein Beispiel: vor kurzem habe ich eine erfahrene Führungskraft gecoacht. Die Dame war um die 50. In ihrer bisherigen Führungs-Karriere hatte sie stets ein klares Verständnis ihrer Rolle. „Ich war dafür zuständig, mein Team zu kontrollieren. Zu schauen, dass die Ergebnisse stimmen und alles nach Plan läuft.“ Jetzt aber sollte sich plötzlich die Führungskultur in ihrem Unternehmen verändern. Und meine Kundin sollte nicht mehr Kontrolleurin sein, sondern Coach. Ein riesiger Unterschied! Spannend an diesem Fall: meine Kundin war gar nicht im Widerstand gegen die Veränderung. Sie sagte mir: „Ich finde total richtig, dass die Führungsrolle neu definiert wird. Aber ich weiß nicht, wie ich die neue Rolle ausfüllen soll. Ich habe jahrelang gelernt, wie ich gut kontrolliere und entscheide. Jetzt soll ich meine Leute auf einmal befähigen, selbst zu entscheiden und Verantwortung zu übernehmen… Klingt schön, aber wie geht das?!“