„Liebe dein Leben – und deinen Job? Nur mit Haltung!“
Frank Behrendt, Geschäftsführer von Serviceplan PR, steht für Gelassenheit, Sinnsuche und klare Haltung in einer digitalisierten Arbeitswelt. Im Gespräch zeigt er, wie sich Karriere und Lebensfreude vereinen lassen – ohne dabei an Professionalität einzubüßen.
Flexibilität statt Präsenzpflicht
Behrendt zählt seine Arbeitsstunden nicht – etwa zehn sind es täglich. Doch dank Technik und klarer Prioritäten empfindet er seine Arbeit als leichter. Ideen entstehen auch beim Ballett der Tochter oder beim Gassi gehen. „Es zählt nicht, wo du arbeitest – sondern wie bewusst“, sagt er.
Der Bruch als Wendepunkt
Nach einer persönlichen Krise änderte Behrendt seine Haltung grundlegend. Statt Burnout durch Dauerverfügbarkeit entwickelte er mit einem Coach einen Lebens- und Arbeitsplan – mit dem Zauberwort: Nein. „Ich musste nicht mehr überall dabei sein. Und die Welt drehte sich trotzdem weiter.“
Agenturalltag neu gedacht
Kritik an seiner Haltung („Der liebt seinen Job nicht!“) kontert er gelassen: „Ich liefere – nur eben in meinem Takt.“ Seine Maxime: Selbstbestimmung durch Kommunikation und konsequente Planung. Digitalisierung sieht er nicht als Bedrohung, sondern als Chance zur Freiheit – wenn man den „Ausknopf“ beherrscht.
Digital, aber mit Maß
Ob Twitter, E-Mail oder Projekttools – Behrendt nutzt Technik bewusst. Er verordnet sich digitale Pausen und rät: „Wer für alles erreichbar ist, ist für nichts richtig da.“
Neue Karrieremodelle
Er fordert Führungskräfte auf, Rollenbilder zu hinterfragen: „Karriere darf nicht heißen: erst schuften, dann leben. Junge Menschen wollen Sinn und Zeit. Und das ist gut so.“
Souveräne Leichtigkeit
Behrendt nimmt sich ernst, aber nicht wichtig. „Ich probiere auch mal eine Gesichtscreme und poste das. Warum nicht?“ Die Kommunikationsbranche solle sich nicht überhöhen: „Wir retten keine Leben – wir erzählen Geschichten.“
Gegen Angst – für Gelassenheit
Digitalisierung? Für ihn nichts Mystisches: „Früher gab’s Baupläne, heute Tools. Menschen bleiben zentral – ob als Kreative, Koordinatoren oder Kommunikatoren.“
Beruf mit Leidenschaft, nicht mit Liebe
Nach Stationen bei fischerAppelt kehrte er zu Serviceplan zurück – aber anders: nicht als Vorstand, sondern mit Fokus auf Beratung, Pitching und Autorentätigkeit. Sein Credo: „Ich liebe mein Leben. Meinen Beruf mache ich mit Freude – aber nicht um jeden Preis.“
Fazit
Frank Behrendt steht für ein neues Verständnis von Arbeit: leistungsorientiert, aber menschlich. Digitalisierung, Flexibilität und persönliche Haltung schließen sich nicht aus – sie sind Voraussetzung für ein erfülltes Berufsleben. Und: Wer bei sich bleibt, kann auch für andere da sein.