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Zuversicht versus Hoffnung: Was ist der entscheidende Unterschied?

Wie wir inmitten von Krisen handlungsfähig bleiben und durch inneres Leadership neue Möglichkeiten erkennen

Zuversicht versus Hoffnung: Was ist der entscheidende Unterschied?

Die Zukunft kommt nicht auf uns zu. Wir müssen ihr schon Schritt für Schritt handelnd entgegengehen. Zukunft braucht Zuversicht. Sie entsteht durch unsere Vorstellungskraft, die in entschlossenem Handeln mündet. Lähmende Ängste, Ignoranz und Resignation gilt es zu überwinden. In Zeiten des Umbruchs gar nicht so einfach. Ungewissheit löst in unserem Gehirn mehr Stress aus las bekannte Bedrohungen. Unsere Welt ist gerade in hohem Grade unberechenbar. Wie wahren wir Zuversicht und bleiben wir handlungsfähig?

 Hoffnungssucht

Ein fataler Fehler wäre, Zuversicht mit Hoffnung zu verwechseln. In der Psychologie spricht man von „Hopemanic“, der Hoffnungssucht. „Das ist schon nicht so schlimm.“, „Das geht rasch vorbei.“, „Alles wird wieder gut.“, „Glaube an dich, dann schaffst du alles.“ etc. sind typische Gedankengänge der Betroffenen. Doch im Wartesaal falscher Hoffnungen lauern die Enttäuschungen.

 Selbstwirksamkeit

Die Parabel „Herr Keuner und die Flut“ von Bertold Brecht verdeutlicht, was Albert Bandura als „Selbstwirksamkeitsannahme“ der „erlernten Hilflosigkeit“ entgegenstellt: Herr Keuner glaubt zu wissen: Ein Schiff wird kommen, das ihn vor der steigenden Flut retten wird. Das beschreibt Glauben und Hoffen. Erst als ihm das Wasser bis zum Hals steht, versucht er zu schwimmen. Er kann es und erkennt, dass in ihm selbst das rettende Schiff steckt.

 Self Leadership

Als begeisterte Extrem-Taucherin weiß ich: „Gegen Strömungen anzukämpfen ist sinnlos. Da gerät man nur sehr schnell außer Atem. Zielführend ist hingegen, mich klug zur Strömung zu positionieren und Strömungsschatten zu nutzen. Je stärker die Strömung – d.h. je mehr sich meinem Einfluss entzieht – desto wichtiger ist es, mich selbst umsichtig zu steuern. Das Gelassenheitsgebet des amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr fördert die Resilienz in turbulenten und auch bedrohlichen Zeiten: „Gott gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann. „Gott gebe mir die Gelassenheit, hinzunehmen, was ich nicht beeinflussen kann. Gott gebe mir die Weisheit, ersteres von zweiterem zu unterscheiden.“ In der buddhistischen Tradition wird das noch knackiger zusammengefasst: „Wenn du ein Problem hast, löse es. Wenn du es nicht lösen kannst, mache kein Problem draus.“ Im Sinne der Logotherapie von Viktor Frankl lege ich ihnen den Zuversicht nährenden Gedanken ans Herz: „Was ist die bestmögliche der verbliebenen Möglichkeiten.“

 Chancen-Intelligenz

Albert Einstein soll gesagt haben: „Inmitten von Schwierigkeiten liegen günstige Gelegenheiten.“ Als Mathematikerin und Physikerin bin ich gewohnt, wenn ich Annahmen verändere, so vergrößere ich die Lösungsräume. So hat 3 minus 7 in den Natürlichen Zahlen keine Lösung, in den Ganzen Zahlen schon. Beliebt ist die Geschichte über die Hummel, die nach den Gesetzen der Physik nicht fliegen kann. Zum Glück weiß es die Hummel nicht und fliegt. Die Hoffnungssucht-Erklärung: Mache es wie die Hummel: Denke nicht nach. Dann kannst du es. Aber natürlich wirkt die Schwerkraft auch auf nichtdenkende Menschen. Ignorieren hilft nicht gegen die Anziehungskraft der Erde. Die Hummel fliegt, weil sie die Evolution mit einer sehr speziellen Flugtechnik ausgestattet hat. Nur nach der klassischen Flugphysik reicht die Muskelkraft der Hummel nicht. Das ist jedoch eine irrige Annahme. Mit der Strömungslehre ist es hingegen leicht zu berechnen, was dem Gewicht der Hummel entgegenwirkt. D.h. wenn jemand zu Ihnen sagt oder Sie sich denken: „Das geht nicht.“ polen Sie sofort um in „SO geht es nicht.“ Oder „BISHER ist es NOCH nicht gegangen.“ Oder „DERZEIT suche ich NOCH an einer Lösung.“ „Ich kann das NOCH nicht.“ löst ganz andere körperliche Affekte aus als „Das kann ich nicht.“             

 Möglichkeitssinn

Robert Musil betitelt das vierte Kapitel seines Romans „Mann ohne Eigenschaften“: „Wenn es den Wirklichkeitssinn gibt, dann muss es auch den Möglichkeitssinn geben“. Daher appelliere ich:

„Schaffen wir uns mögliche Wirklichkeiten. Nutzen wir unsere wirklichen Möglichkeiten.“ Damit wir gemeinsam bestmöglich unsere freudvolle Zukunft gestalten.

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